SIMON BISCHOFF

IMAGINÄRE SKULPTUR  &  TOD

FOTOGRAFISCHE PERMUTATIONEN

Fotoausstellung im kantonalen Kulturzentrum Palais Besenval, Kronengasse 1, Solothurn,
10. März bis 31. März 1996.  Vernissage am  9. März 1996,  17 Uhr.

In den Jahren 1989 bis 1995 entstanden einige fotografische Serien, die Materie in vier Ausprägungen - als Wasser, Stein, Eisen, Menschenfleisch - in verschiedenen Anordnungen und Kombinationen als Lichtbilder variieren und festhalten. Mit jeder fotografischen Recherche, die ich unternahm, erweiterten sich meine Arbeiten um eine neue, diese vier Materien permutierende Variation, - rein zufällig. Sie sind zum verbindenden Element dieser Gruppe von Fotografien geworden.

IMAGINÄRE SKULPTUR, LOCARNO 1988-1995

In einem Bachbett im Tessin finde ich weggeworfenen Eisenschrott, kleine, resistente Fremdkörper verstreut unter einer Masse von glatt polierten Steinsbrocken. Wahrscheinlich gegen jede Absicht der "Umweltsünder" sind sie im Sommer aus den schwindenden Wasserfluten aufgetaucht und sichtbar geworden. Das rostende und deformierte Eisen ist mit den Steinen Verbindungen eingegangen, die auf ein (nunmehr abwesendes, dramatisches) Kräftespiel verweisen. In ihm war die Kraft der im Winter wild strömenden Wassermassen, die Schwere der blockierenden Steinsbrocken und die Eigenkraft des widerstrebenden Eisens in einem komplexen Vektorengefüge in Bewegung.

Als bizarre Skulpturen aus Eisen und Stein sind sie dann in einen Zustand unendlicher Langsamkeit getreten. Jede ist einmalig und einzigartig in ihrem Gefüge. Und dieses verweist als sein Charakteristikum auf ein Kräfteverhältnis, in dem die Summe aller Vektoren = 0 ist. Liegt darin das Rätsel ihrer Schönheit?

 
     
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