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Peter Schweiger
Einleitung zu: Simon Bischoff - Rom, Fotografien aus 10 Jahren
Galerie Produga, Zürich 13. Mai 1988
Ich stehe hier in der produga um ihnen einige gedanken zu gehör zu bringen / die keineswegs nur meine eigenen gedanken sind / besprochenes / aufgeschnapptes / lange schon in anderen zusammenhängen aufgetauchtes und wieder verschwundenes / nun also nochmals / wenn auch verändert / auftauchendes am 13. mai 1988 während einer ausstellungseröffnung / die werken von simon bischoff gilt / der bereits mehrmals in zürich / als theatermensch darf ich sagen / aufgetreten ist / als drehbuchautor zusammen mit mir mit einem preis bedacht vom kanton zürich / ein werkversuch / der wie so viele andere in der schublade blieb / mit artikeln im tagesanzeigermagazin zu verschiedenen themen aus dem römischen exil / oder soll es heissen aus der römischen heimat / somit diese veranstaltung hier eine der re-emigration / oder muss es heissen der neo-immigration / mit seinem film er moretto der lange / gemessen jedenfalls an seiner aussenseiterposition / im kino commercio lief / zuletzt auch mit ein paar seiner fotografien im theater am neumarkt / anlässlich des stückes ach und och seines freundes und autorenkollegen markus kägi / die unbeachtet blieben / ungeachtet einige andere von der stiftung für die fotografie innerhalb des kunsthauses zürich angekauft worden sind / nun also viele von den bisher gemachten hier angeschaut werden können / betrachtet werden müssen / mit gedanken versehen / bedacht / sind / so zum beispiel mit der einfachen feststellung dass die bilder mit einer rolleiflex oder mit einer canon / beide sind spiegelreflexkameras / wenn auch die erste zweiäugig / was bei der zweiten heisst dass der spiegel / dieses wort wird vielleicht noch einmal auftauchen in anderem zusammenhang / im moment der aufnahme wegspringen muss und daher einen augenblick das bild / das zum auge dringt / wegfällt um auf die ausschliesslich schwarzweiss belichtbare schicht des films fallen zu können / aufgenommen worden sind und so / ohne weitere behandlung ausser der entwicklung und der vergrösserung / auch für mich / sie / uns sichtbar werden |
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